Google erhöht Druck auf Android-Hersteller

Veröffentlicht am 11. Februar 2014 von Roman Hammer in Allgemein

google-setzt-frühjahrsputz-durchOffenbar ist es Google leid, dass Android-Hardwarehersteller es nicht so recht genau nehmen mit Updates… Den ab sofort müssen diese aktuelle Android Versionen für ihre Plattformen zertifizieren, wenn sie auch in Zukunft Google Apps vorinstallieren wollen. Es scheint also so, als ob Google die Stricke etwas enger zieht rund um das früher freie Betriebssystem Android.

Wie Sascha Pallenberg auf seinen Blog erläuterte, zwingt Google seine Hersteller dazu, aktuelle Android Versionen zu zertifizieren, wenn sie denn weiterhin ihre Geräte mit Google Apps (GAPPS) ausliefern möchten. Diese müssen demnach ein bestimmtes API Level haben, und dafür spezifische Stichtage einhalten, ansonsten war es das mit Google Mobile Services (GMS).

 

API Version GMS approval window open (AOSP release date) GMS approval window close
Gingerbread 6-Dec-2010 1-Feb-2014
Honeycomb 24-Feb-2011 1-Feb-2014
Ice Cream Sandwich 16-Dec-2011 1-Feb-2014
4.1 (API level 16) 12-Jul-2012 1-Feb-2014
4.2 (API level 17) 13-Nov-2012 24-Apr-2014
4.3 (API level 18) 25-July-2013 31-Jul-2014
4.4 (API level 19) 31-Oct-2013 TBA with API level 20 release

Bereits Anfang des Monats lief der Countdown für Android 4.1 und alle darunter befindlichen API Level bereits ab. Dies bedeutet, wenn ein Hersteller bis zum Stichtag die jeweilige Plattform nicht Zertifiziert haben, muss mindestens Android 4.2 vorinstalliert werden. Ab 1. August wird dann nur noch Android 4.4 KitKat zur Überprüfung möglich sein.  Google meint es anscheinend ernst mit seinen Versionszwang. Finde ich persönlich toll, denn anscheinend lässt sich nur so die anhaltende Android-Fragmentierung bekämpfen.

android_evolution

 

Das Android Team selbst wurde dazu wie folgt zitiert: 

Starting February 2014, Google will no longer approve GMS distribution on new Android products that ship older platform releases. Each platform release will have a “GMS approval window” that typically closes nine months after the next Android platform release is publicly available. (In other words, we all have nine months to get new products on the latest platform after its public release.)

Es hat also so eine Policy vorher nicht gegeben und nun werden Hersteller keine Plattform mehr zertifizieren können, die mehr als 2 Generationen hinter der aktuellen liegt.

Wie wirkt sich das aber auf dem Markt aus? Werden HTC´s, Samsung, Sony, Motorola, Huawei oder LG davon betroffen sein? Wohl eher nicht, denn diese bringen in den seltensten Fällen ein Gerät raus, welches eine Android-Version vorinstalliert hat die mehr als 2 Generationen alt ist. Bei der Maßnahme geht es allen Anschein mehr um die kleineren Hersteller die zum Beispiel in Dritte Welt Länder wie China oder Indien Settop-Boxen oder Smartphones mit Ice Cream Sandwich (Android 4.0) auf den Markt bringen und wo die Oberfläche etwas “innovativer” sich präsentiert.

Hier will Google ansetzen und ein radikales Aufräumen durchziehen, denn genau das ist der Markt dem Mountain View immer mehr aus den Händen gleiten droht. Denn den Chinesen ist es ziemlich egal, welche Android Version läuft, Hauptsache, der Preis bleibt niedrig und sie können mit der Software machen, was sie wollen. Und genau dieser Umstand bereitet Google sorgen und könnte so ein stärkeres Risiko für sie werden, als es Samsung je sein könnte oder war.

Android Police und Mobilegeeks (Sascha Pallenberg) haben diesen Artikel als Gerücht betitelt, wobei sie mehrere Hinweise von lokalen Herstellern bekommen haben, so dass sie sich entschlossen haben, dem näher nach zu gehen.

Quelle: [via Sascha Pallenberg (mobilegeeks) via Android Police]


Über den Autor

Roman Hammer

#Sportfanatiker und #Technikfreak ehrlich - kritisch - fair #Techblogger auf Android-News-Blog.de, CEO von oppoblog.com