Samsung KNOX, Google, die Entwickler und Otto Normalverbraucher

Veröffentlicht am 14. Juli 2014 von Vincent Höcker in 5.0 Android L

Vor etwa 2 Wochen, genauer gesagt am 25.06.2014, ging die Google I/O Keynote zu Ende. Dort gab es viel neues von Google zu sehen, was man zuerst einmal verarbeiten muss. Eine Android L Beta wurde präsentiert, Android Wear mitsamt der LG G Watch und der Samsung Galaxy Gear Live wurde vorgestellt, Android One für die Entwicklungsländer und und und. Eine vollständige Zusammenfassung gibt es übrigens hier ;) . In dem ganzen Trubel ist aber ein wichtiges Thema untergegangen: Google will Samsungs Sicherheitsfeature Knox in Android L importieren!

Sundar Pichai erklärt, dass Knox in L Einzug findet | © zdnet.com

Sundar Pichai erklärt, dass Knox in L Einzug findet | © zdnet.com

Neben den vielen, vielen Neuerungen wurde auch von Android- und Chromechef Sundar Pichai gesagt, dass man mit Samsung zusammenarbeitet, um Knox allen Usern der nächsten Android Version zur Verfügung stellen zu können. Das klingt im ersten Moment schlimm, da Knox für alle Entwickler und Hobbyflasher der Horror bedeutet. Doch ist es wirklich so schlimm? Viel wissen wir nicht, weshalb man noch nicht sagen kann, in welcher Form Knox in Android 5.0 eingebaut wird. Man könnte nun wild spekulieren und sagen, dass das das Ende von Custom Kerneln, Custom ROMs, Mods, usw. ist, doch man sollte nicht zu voreilig sein, da bisher nur die Google Mitarbeiter wissen, was uns wirklich erwarten wird.

Für unsere Leser, welche überhaupt keinen Plan von Knox haben, möchte ich das System kurz erklären:

Knox ist eine Art Sandbox, also ein abgeschirmter Bereich. Auf dem Handy läuft dann das normale Android System, welches vielleicht mit einem Muster, höchstens mit einem Passwort geschützt ist. Um darauf zuzugreifen, wird im leichtesten Fall der Entsperrcode geknackt. Wenn das nicht funktionieren sollte reicht ein Factory Reset, welcher jederzeit über das Recovery durchgeführt werden kann. Ab sofort hat man Zugriff auf das Gerät und kann damit alles tun, was man will. Wenn nun aber etwas mit Knox gesichert ist, kann man probieren, was man will, man bekommt die Datei oder die App auch nach einem Factory Reset nicht geöffnet.

Das alles klingt also durchweg positiv, doch wieso hassen dann einige Entwickler Knox so sehr? Die Erklärung ist einfach, durch Knox wird bei jeder Veränderung eine Counter ausgelöst, welcher die Veränderungen am System sichtbar macht. Im Gegensatz zu dem Flash Counter kann man diesen Knox Counter nicht zurücksetzen, was also heißt, dass man für immer sehen wird, dass an dem Gerät herumgeschraubt wurde. Leider nimmt Knox es aber des öfteren nicht einfach nur so hin, dass nun der Counter auf 0×1 steht und es gibt wunderliche Nebenwirkungen. Das kann zum Beispiel der Brick (=komplette Zerstörung) eines Gerätes sein, aber auch kann es passieren, dass nach man nach dem Flashen  auf einmal kein WLAN mehr benutzen kann.

Zur Zeit ist Samsung der einzige Hersteller, welcher Knox verwendet. Es wurde bereits mit dem Samsung Galaxy S3 LTE eingeführt und ist unter anderem auf dem Galaxy Note II, Galaxy Note III, Galaxy S4 und Galaxy S5 zu finden. Wenn nun Google nun eine abgewandelte Version in L einbaut, wird die Zahl an Nutzern der Sicherheitsplattform rapide steigen.

Auf jeden Fall werden diese Nachrichten die Android-Devs überhaupt nichts gerne lesen, da die Nexus Geräte, welche als erstes das neue Update bekommen werden, schon immer als Entwicklergeräte gelten, da diese ohne großen Aufwand zu rooten und flashen sind. Das könnte sich aber eben durch Googles Integration von Knox in L ändern, sodass auch diese Geräte dann einen Counter haben und schnell gebrickt werden können.

Knox wurde von Samsung hoch gelobt | © lojiloji.com

Knox wurde von Samsung hoch gelobt | © lojiloji.com

Doch auch die positiven Aspekte sind nicht zu vernachlässigen. Durch Knox ist eine Trennung von Arbeit und Privatleben sehr gut möglich und auch vorteilhaft. Der normale Nutzer, der nicht weiß, was dieser Root überhaupt ist, hat Knox also nur Vorteile. Auch können sich nun Mitarbeiter von Firmen mit hoher Sicherheitsstufe erfreuen, da sie ihre privaten Geräte nun auch dienstlich benutzen dürfen. So können zum Beispiel Arbeitnehmer im Pentagon, dem Hauptsitz der US-Amerikanistischen Verteidigung und der Armee, nun auch Android Geräte benutzen, was vorher nicht möglich war. Die einzige Bedingung ist, dass die Geräte mit Knox ausgestattet sind.

Was sagt ihr dazu? Ich habe in der nächsten Zeit vor, mein Nexus 4 durch einen ehrenhaften Nachfolger zu ersetzen und verfolge diese Entwicklung natürlich gespannt. Welches Gerät ich mir kaufen soll, weiß ich noch nicht, im Moment tendiere ich aber zum LG G3. Eine Hilfe sind mir  übrigens auch die Vergleiche bei netzsieger.de, eine Seite, auf der es viele und gute Vergleiche von aktueller Technik gibt!


Über den Autor

Vincent Höcker

Schüler, Android Enthusiast, 13 Jahre alt, Xiaomi Liebhaber