Smartwatches – nützlich oder unnötig?

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Veröffentlicht am 13. Oktober 2013 von Roman Hammer in Allgemein

Lange wurde über über Smartwaches berichtet, im Netz als auch in einschlägigen Medien, doch wie sinnvoll sind solche Gadgets denn nun wirklich? Sind diese nützlich, können uns den Alltag vereinfachen? Oder ist das eine Marketingstrategie der Smartphonehersteller, um neue Märkte zu erschließen und uns so zu suggerieren, das wir solche Geräte unbedingt brauchen? Wir haben uns dazu unsere Gedanken gemacht und die gängigsten Smartwatches miteinander verglichen. Doch beginnen wir zuerst mal allgemein: was ist eine sogenannte Smartwatch überhaupt?

Geschichte der Armbanduhr

  •  1812 Louis Breguet baut die erste Armbanduhr. Diese erste tragbare Uhr wurde jedoch schon im frühen 15. Jahrhundert von Peter Henlein erfunden. Bis ins 20. Jahrhundert wurden Taschenuhren getragen, bis sie aus der Mode kamen.
  • 1880 Girard-Perregaux produzierte eine Serie von Armbanduhren für die deutsche Kriegsmarine, da Armbanduhren praktischer als Taschenuhren waren, setzten sie sich zur Zeit des 1. Weltkrieges zuerst beim Militär durch. Erst danach wurden sie auch im Zivilleben beliebt und zum allgemeinen Standard.
  • 1923 wurde die erste Automatikuhr von John Harwood gebaut. Acht Jahre später erkannte Rolex das Potential dieser Technik, konstruierte ebenfalls eine Automatikuhr und ließ diese patentieren.
  • 1957 die weltweit erste elektronische Armbanduhr wird von Hamilton Watch Company in New York vorgestellt.
  • 1970 der erste Prototyp einer digitalen Armbanduhr mit LED-Anzeige wird entwickelt. Dieser wurde von der Hamilton Watch Company und Electro-Data weiterentwickelt und 1972 als „Pulsar“ bekannt.
  • 1973-1975 die ersten Digital-Armbanduhren mit dauernder Flüssigkristallanzeige (LCD) kommen auf dem Markt.
  • 2000 Die erste Smartwatch: IBM entwickelt einen ersten Prototypen einer Armbanduhr, die mit Linux betrieben wurde. Das Projekt wurde aber vor Fertigstellung wieder eingestellt.

Eine Smartwatch (englisch für “intelligente Uhr”) ist eine digitale Armbanduhr, welche über ein Display, Sensoren Aktuatoren (z.B.: Vibrationsmotor) sowie zusätzliche Funktionen wie Computerfunktionalität, -konnektivität und Internetzugriff verfügt und somit ähnliche Funktionen wie ein Smartphone aufweist. Aktuelle Smartwatches können nicht nur die Uhrzeit anzeigen, sondern auch weitere Informationen über sogenannte Apps darstellen, welche durch den Anwender individuell mit neuen Funktionen aufgerüstet werden kann.  Um alle Funktionen jedoch vollständig nutzen zu können, müssen bei einigen Smartwatches eine “wireless”-Verbindung hergestellt werden, andere Smartwatches sollen jedoch komplett autark arbeiten können. Wie auf einem Smartphone können Apps zur Navigation oder mobile Payment genutzt werden. 

Soweit einmal zur Theorie, für meinen Vergleich hab mich mir gedacht ich ziehe die gängigsten Smartwatches zu meinem Vergleich heran. Dies wären zum einen die Samsung Galaxy Gear und die Sony Smartwatch 2.

 

Sony Smartwatch 2 

Sony`s Smartwatch sticht aus der Smartwatch-Masse heraus: Sie ist klein, wasserdicht und bietet eine längere Akkulaufzeit als die Galaxy Gear von Samsung. Die Smart Watch 2 ist bereits die dritte seiner Art in der Produktpalette von Sony und wird im Gegensatz zu seinen Vorgängern ausgereifter. Im Vergleich zur Samsung Smartwatch ist sie schmaler, leichter und zudem auch wasserdicht. Der Akku soll bis zu 3 Tag durchhalten und wird über einen Micro-USB-Port geladen. Vorinstalliert ist auf der Smart Watch 2 Android 4.0 und das Display beträgt 1,6″, welchs mit 220 x 176 Pixel auflöst und gerade wegen seiner geringen Größe eine akzeptable Schärfe aufweist. Sie ist auch bei hellen Umgebungslicht gut ablesbar und dank Lichtsensor wird die Helligkeit automatisch angepasst. Im Standby können je nach Geschmack eine digitale oder eine analoge Uhr angezeigt werden. Verbunden mit dem Smartphone wird die Sony Smart Watch 2 via NFC oder Bluetooth, bei NFC reicht eine kurze Berührung mit dem NFC-fähigen Device für einen Kopplungsvorgang. Laut Aussagen von Sony soll die Verbindung bis zu einer Entfernung von 10 Metern bestehen bleiben, bricht die Verbindung ab, weiß uns die Uhr mittels Vibrationsalarm darauf hin. Telefonieren ist zwar mit der Sony Smart Watch 2 möglich (also Anrufe annehmen oder ablehnen!), jedoch ist ein separates Bluetooth Headset notwendig, welche nicht im Lieferumfang enthalten ist. Im Unterschied zur Galaxy Gear wird die Smartwatch 2 nicht komplett mit Wischgesten gesteuert, denn unterhalb des Displays sind drei Sensortasten verbaut, mit welcher der Anwender in den Menüs zurückgehen, zum Hauptmenü zurückkehren oder auch das Menü einer App abrufen kann. Durch den Startbildschirm wird jedoch mit Wischgesten gesteuert.

 

Über eine Kamera wie die Galaxy Gear von Samsung verfügt die Sony Smart Watch 2 nicht. Wie bei vergangenen Smartphones auch gibt es aber auch hier Apps, mit denen die Kamera des verbundenen Smartphones gesteuert werden konnte. Das Sucherbild wird dann auf der Smart Watch angezeigt.

Staub- und Wasserschutz

Wie bei anderen mobilen Sony-Geräten mittlerweile Usus, ist auch die Smart Watch 2 staub- und wassergeschützt nach IP57 Zertifizierung. Bis zu 30 Minuten soll die Sony Uhr in einer Tiefe von bis zu 1 m aushalten ohne beschädigt zu werden.

Das Design orientiert sich an das  der aktuellen Sony Smartphones, ist sehr schlicht gehalten und wird nur durch  den markanten Power-Knopf aus Aluminium unterbrochen. Auf dem ersten Blick kommt  das Gehäuse, welches aus Aluminium und Glas besteht, sehr edel. Das Armband besteht wahlweise aus Kautschuk oder Metall.  Die Sony Smart Watch 2 ist beispielsweise über den Sony Online-Shop oder bei Amazon zu bestellen. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 179€ (Modell mit Kautschuk-Armband), 199€ kostet das Modell mit Metall-Armband. Übringens kann auch jedes handelsübliche Armband verwendet werden, welches 24 mm breit ist.

 

Hier eine kleine Infografik die ich im Netz auf Deals.com gefunden habe:

Source: Deals.com

 

Samsung Galaxy Gear

Die Samsung Galaxy Gear ist nicht die erste Smartwatch auf dem Markt. Und sicherlich auch nicht die ausgereifteste. Aber es steht Samsung drauf und alleine aufgrund dieser Tatsache bekommt sie viel Aufmerksamkeit geschenkt. Besondere Pluspunkte sind ein abgespecktes Android 4.2.2 Jelly Bean und die Rechenpower (800 MHz CPU, 512 MB RAM). Mittlerweile haben sich einige Redakteure im Netz den Spass gemacht und verschiedene Apps auf der Uhr installiert, so hat zum Beispiel Ron Amadeo von ArsTechnica den Nova – Launcher installiert. Widgets bzw Wallpaper funktionieren jedoch nicht. Musik- oder Video-Apps um Medieninhalte über die Galaxy Gear abzuspielen sind kein Problem. Selbst ein Spiel wie Angry Birds oder Candy Crush Saga lassen sich über die Gear spielen. (Über den Sinn dazu lässt sich natürlich streiten ;-) ). Sieht man die Galaxy Gear von diesen Standpunkt  aus, benötigt man eigentlich kein gepairtes Smartphone zur Nutzung der Smartwatch von Samsung. Die größte Einschränkung ist hier aber das die Uhr keine Möglichkeit besitzt auf das Internet zuzugreifen, denn dazu benötigt die Galaxy Gear das gepaarte Android-Smartphone.

 

Samsung Galaxy Gear: Technische Daten

Die Samsung Galaxy Gear verfügt ebenso wie die Sony Smartwatch 2 über ein 1,6″ Super-AMOLED-Display, welches mit 320×320 Pixel auflöst und auf welchen 720p V ideoaufnahmen ausgegeben werden. Der Bildschirm ist trotz seiner geringen Auflösung recht scharf und farbenfroh. Die Uhr kann auch Fotos und Videos aufnehmen. Hierzu steht eine 1,9 Megapixel Kamera zur Verfügung. Diese kommen auf dem Display recht gut zur Geltung (bedenkt man die Auflösung und den winzigen Sensor) Hinsichtlich Privatsphäre ist die Kamera jedoch bedenklich, ermöglicht sie es doch nahezu unbemerkt Fotos zu schießen. Neben 4 Gigabyte Internen Speicher stehen auch 512 MB RAM zur Verfügung. Mit Bluetooth 4.0 verbindet die Galaxy Gear mit dem Smartphone. Dies klappt bisher aber nur mit dem Galaxy Note 3 derzeit, andere Samsung-Geräte wie das Samsung Galaxy S4 sollen erst später mit einen Update hinzugefügt werden. Damit schießt sich meiner Meinung nach Samsung ein Eigentor, denn nicht jeder besitzt ein Samsung – Gerät und ob sich Kunden nur wegen einer Uhr ein Samsung-Gerät zulegen werden, wage ich zu bezweifeln. Danke der Bluetooth Verbindung  und dem eingebauten Mikro ist es Anwendern auch möglich, zu telefonieren ohne das Samsung-Smartphone aus der Tasche zu nehmen. Hierzu einfach die Uhr ans Ohr halten und telefonieren. (Erinnert mich ein wenig an die Serie “Knight Rider”). SMS oder e-mails können nicht auf der Galaxy Gear abgelesen werden. Mit Hilfe des verbauten Schrittzählers und Apps wie Runtastic und Runkeeper taugt die Uhr auch als Fitness-Gerät. Die Gear wiegt 80g und ist somit leichter als herkömmliche Armbanduhren. Trotz Kunststoffarmband wirkt sie recht hochwertig verarbeitet und widerstandsfähig. Die Akkuleistung beträgt 315 mAh und soll angeblich einen Tag lang aushalten. Nützlich ist auch die Ladestation, die statt via USB mittels Ladekontakten Strom liefert. Angesichts des eher mickrigen Akkus und der ständigen Funk-Verbindung mit dem Smartphone dürfte die Galaxy Gear in den seltensten Fällen einen Tag aushalten, sondern eher nach ein paar Stunden den Geist aufgeben.

 

Sony Smart Watch 2

Samsung Galaxy Gear

Größe42 x 41 x 9 mm36,8 x 56,6 x 11,1 mm
Gewicht122,5 g78,8 g
Display1,6 Zoll, 220 x 176 Pixel, TFT/LCD, Farbe1,63 Zoll, 320 x 320 Pixel, Super-AMOLED, Farbe
Prozessorkeine Angabe800-MHz-Singlecore
SchnittstellenBluetooth 3.0, NFCBluetooth 4.0
Speicherkeine Angabe512 MByte RAM, 4 GByte Flash
Laufzeitenbei normaler Nutzung drei bis vier Tagebis zu einem Tag
Features
  • Anruf annehmen / abweisen / stumm schalten,
  • Lautstärkeregelung,
  • Benachrichtigung über entgangene Anrufe,
  • Kontakte aus dem Adressbuch direkt anrufen,
  • Nachrichten & Termine empfangen & lesen,
  • Musik-Steuerung
  • Anruf tätigen/ annehmen / abweisen / stumm schalten,
  • Lautstärkeregelung,
  • Benachrichtigung über entgangene Anrufe,
  • Benachrichtigung eingegangener Nachrichten und Terminen,
  • Musik–Steuerung,
  • Anruf tätigen/ annehmen / abweisen / stumm schalten,
  • Lautstärkeregelung,
  • Benachrichtigung über entgangene Anrufe,
  • Benachrichtigung eingegangener Nachrichten und Terminen,
  • Musik–Steuerung,
Sonderfeatures1,9-Megapixel-Kamera
Verknüpfbar mit…Android-Smartphones abICE CREAM SANDWICH (4.0)vorerst nur mit dem Samsung Galaxy Note, später per Update auch mit anderen Samsung-Android-Modellen
UVP€ 179,– (Kunststoffarmband) bzw € 199,– (Aluarmband)€ 299,–

Fazit:

Über den Sinn von Smartwatches lässt sich zweifelsohne streiten, ich bin da auch eher geteilter Meinung. In gewissen Berufsgruppen mag es sicherlich einen Sinn haben, da man nicht ständig sein Smartphone rauskramen kann, wenn man gerade etwa am Schweißgerät steht oder im Krankenhaus am Patienten arbeitet (da sollte man eher generell keine Uhren bei sich tragen wegen der Hygienebestimmungen) aber sonst fehlt mir hier ein praktischer Nutzen. Vor allem bei der Galaxy Gear sehe ich keinen Sinn eine Kamera in meiner Uhr zu haben. Als “Fitnessgerät” um die Uhr als eine Art Pulsuhr zu verwenden, wäre zumindest eine Möglichkeit, eine Smartwatch zu kaufen und zu benutzen.

Wie seht ihr das? Plant ihr einen Kauf einer Smartwatch oder ist das für euch ein unnötiges Gimmick?

 

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Über den Autor

Roman Hammer

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  1.  
    Vinny

    Looking forward to get the Galaxy Gear!




  2.  
    Peter

    Ich persönlich sehe im Moment auch keine wirklichen Vorteile einer Smartwatch. Ein schönes technisches Gadget, dass noch im Frühstadium ist. Die Funktionen sind eher mittelmäßig und kann man auch alle auf dem Smartphone haben, wenn man will. Ich denke es kommt aber noch die Zeit, wo so eine Smartwatch doch sinnvoll sein kann, auch wenn dies noch etwas dauert.




  3.  

    Die Auflistung ist leider wie bei vielen Redakteuren welche sich zur Zeit mit der Thematik befassen, sehr schlecht recherchiert. Mich erinnert es an Steve Jobs und seine amazing Kamera auf der Vorderseite des iPhone… warum? Ganz einfach, dass Thema SmartWatch ist uralt. Ich selber habe hier eine im Jahre 2007 gekaufte Uhr liegen.. Simkarte rein fertig… Incl Mp3 Player, Bluetooth, Email Client.. ..Bedienung mit Pen… Rechnung von damals: 79,95 zzgl Versand… Funktioniert noch immer einwandfrei! Ergo: nix neues





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