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Was ist dieses Chromecast und was kann es?

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Veröffentlicht am 27. August 2013 von Philipp Kolb in Hersteller

51471-chromecastMit der Vorstellung von Android 4.3 und dem Nexus 7 (2013) hat uns Google wenig überrascht. Viel mehr gewundert hat sich die Technikwelt über den Chromecast.

Einige werden sich noch an den Nexus Q erinnern können. Genau dieser Nexus Q sollte damals als multifunktionales Media Streaming Gerät dienen. Musik, Bilder und Videos sollte durch das Ganze Haus von Smartphone auf den PC und Fernsehr gestreamt werden. Das Gerät sah zwar gut aus, verfehlte seinen Zweck aber deutlich und so kam es hier in Deutschland nie auf den Markt.

Mit dem Chromecast hat Google nun eine Alternative für 35 $/€ vorgestellt, die bis jetzt alle Überzeugen konnte.

 

Doch was will Google genau mit dem Chromecast erreichen?

Im Titel wird nicht umsonst Google erwähnt. Der Chromecast ist kein Android oder Chrome Gerät. Es läuft zwar eine, im weitesten Sinne, Android Version darauf, trotzdem wurde der Chromecast nie als “offenes” und “hackbares” Gerät beworben. Im Großen und Ganzen ist der Chromecast ein HDMI-Dongle den man an seinen Fernsehr steckt. Im Gegensatz zu seinen Pendants streamt der Chromecast aber kabellos Cloud-Inhalte und das ohne irgend welche Standards bei Empfänger oder Sender. Der Chromecast ist mit allen anderen Geräten kompatibel. Von seinem Windows, Linux, Mac, iOS, Android oder Chrome Gerät kann man den Chromecast ansprechen.

 

Google Cast SDK!

Da es sich bei dem Chromecast nur um die Hardware handelt und somit noch nicht viel damit anzufangen ist, hat Google bei der Vorstellung auch ein BETA SDK (Software Development Kit) vorgestellt, dass hauptsächlich für die App Entwickler interessant ist. Diese können nun mit Hilfe des Cast SDK ihre App Chromecast tauglich machen. Google hat das mit YouTube und Google Music natürlich schon längst gemacht und auch Netflix war in der Entwicklung entscheidend beteiligt. Bei Netflix handelt es sich um ein Online Streaming Dienst für Filme und Serien, der in Deutschland leider aus Rechtlichen Gründen noch nicht am Start ist.

Jeder kann seine App Chromecast tauglich machen. Bspw. Spotify oder Twitch. Zur Kontroverse über das streamen lokaler Inhalte komme ich etwas später ;)

 

Wie funktioniert der Chromecast?

Der große Vorteil des Chromecast ist seine Einfachheit. Er ist mit jedem Gerät kompatibel und man muss sich keine Gedanken machen ob sein Gerät irgend welchen Standards entspricht. Auch braucht man kein Zubehör. Alles was man braucht ist im Lieferumfang enthalten.

  • Der Chromecast
  • Ein USB-Kabel zur Stromversorgung (USB auf USB)
  • Ein Netzteil
  • Ein HDMI Kabel, falls man hinter dem Fernsehr nicht direkt Platz findet für den Chromecast.

Der Chromecast wird einfach an einem freien HDMI Port des Fernsehers gesteckt und dann, mit Hilfe eines Netzteils oder USB-Kabels, mit Strom versorgt.

Nun kann man seinen Chromecast entweder mit einer App oder Installationsprogramm am PC einrichten. Während der Einrichtung wird dem Chromecast einen Namen gegeben und er wird dem heimischen Wlan hinzugefügt. Danach begrüßt einem die minimalistische Oberfläche mit Name des Dongles, Uhrzeit und der Name des verbundenen Netzwerkes. Auf allen kompatiblen Geräten im Netzwerk zeigt sich dann nun in den unterstützten Apps das Cast Symbol. (Das selbe das neben “ready to cast” zu sehen ist.)

Nun lassen sich ganz einfach, aktuell nur YouTube, Google Music und NetFlix, Filme und Musik auf den Fernseher streamen. Wie schon oben gesagt funktioniert das nicht lokal sondern über die Cloud bzw. das Internet allgemein. Das Smartphone sendet hierzu nur die Quelle an den Chromecast, also die URL, wo er die Medien findet. Plastisch gesprochen, zieht sich der Chromecast bspw. dann anhand der YouTube URL das Video selber aus dem Netz.

Der Vorteil hieran ist, dass der Akku des Smartphones gewaltig geschont wird und es nebenbei noch bedient werden kann, da es eben keine Ressourcen für das Streaming benötigt. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Chromecast dann von mehreren Endgeräten bedient werden kann. Angenommen der Papa startet von seinem Android Gerät das lustige Katzen Video auf dem Fernsehr. Wenn der Mama es aber zu bunt wird, kann sie es von ihrem IPhone ganz einfach pausieren oder eine weiteres Video abspielen oder in die Playlist legen.

Mit Hilfe von Chrome auf dem PC oder Mac, lassen sich sogar ganze Tab’s auf den Chromecast “spiegeln”. Hierzu benötigt man nur das Chrome Plugin, Google Cast.  Hier übernimmt aber dann doch der PC das streamen um auch das scrollen zu ermöglichen.

 

Hier ein kleines Video dazu.

 

Vorteile von Chromecast gegenüber anderen Lösungen.

Zum einem wäre da der sehr günstige Preis von 35$ bzw. Euro und das hinter dem Chromecast ein Unternehmen wie Google steht. Google verfügt über die entsprechenden Mittel und vor allem eine eigene Infrastruktur, die dem Dongle gute Erfolgsaussichten garantieren.  Aber doch wiegen für mich Einfachheit und Kompatibilität für den Chromecast am stärksten.

Anders als der Miracast-Standard funktioniert der Chromecast mit jedem mobilen Gerät und auch PC,Mac oder Linux. Viele waren skeptisch und schlugen doch einfach vor sich einen von den vielen diversen Android-Sticks zu kaufen, die in der Anwendung doch etwas Technisches Finesse voraus setzen. Und im Gegensatz zu DLNA, auf das Unternehmen wie Samsung und HTC setzen, funktioniert Chromecast auch mit älteren Geräten die keinen Netzwerkanschluss noch über WLAN verfügen.

 

Wie offen ist der Chromecast?

Wie schon weiter oben geschrieben läuft auf dem Chromecast zwar eine Art Android und trotzdem soll der Chromecast kein offenes Gerät sein. Trotzdem kann die Android Community natürlich nicht die Finger davon lassen und schon wenige Tage später wurde davon berichtet das man den Chromecast gerootet hat und man auch lokale Medien abspielen kann.

Allen voran Koushik Dutta hat sich hier einen Namen gemacht. (Bekannt war auch schon zuvor). Er hat es durch Reverse Engineering des Chromecast nicht nur möglich gemacht Dropbox/GDrive und Galerie Inhalte auf dem Fernsehr wiederzugeben sonder auch eine ChromeApp geschrieben. Mit der Chrome App lassen sich vom PC aus offline Medien wiedergeben.


Das hat Google leider wieder Dicht gemacht, da es nicht den Richtlinien des Beta SDK entsprechen. Darüber gab es einen ziemlichen Shitstorm, allen voran Koush hatte sogar auf G+ vom kauf des Chromecast abgeraten.

Heute gab es ein Statement von Google.

Wir freuen uns darauf, mehr und mehr Inhalte und Funktionalität auf den Chromecast zu bringen und möchten gerne alle möglichen Apps unterstützen — auch solche, die lokale Inhalte streamen. Das Google Cast SDK befindet sich aber noch in einer sehr frühen Phase und steht im Rahmen der Developer Preview eigentlich nur für ganz frühe Entwicklungen und Testzwecke bereit. Bis wir das SDK und weitere Apps final veröffentlichen, wollen wir sicherstellen, dass es für Nutzer wie Entwickler eine tolle Nutzungserfahrung bietet; bis es soweit ist, wird es also noch zahlreiche Veränderungen erfahren.

Quelle: Android Next

Alles in allem also nicht Wild, da Google es selber möglich machen wird Offline-Inhalte zu streamen oder man wartet auf Dritt Anbieter wie Koush sobald das SDK Veröffentlicht wird.

Mit einem kleinen Workaround lassen sich trotzdem offline Medien abspielen. Öffnet man lokale Musik oder Filme über Chrome und spiegelt dann das Tab auf sein Chromecast Gerät wird alles übertragen.

 

Release in Deutschland?

In Deutschland ist der Chromecast leider noch nicht zu haben und es gibt von Seiten Googles auch keine Anzeichen, wann man ihn hier kaufen kann. Hoffen wir erst einmal das er überhaupt kommt.

Wer nicht warten kann, kann sich sein Chromecast natürlich über Borderlinx bestellen. Wie das geht, haben wir hier anhand des Nexus 7 beschrieben. Seit ein paar Tagen liefert aber auch amazon.com den Chromecast nach Deutschland.

Ich habe direkt zugeschlagen, da sich der Preis nicht all zu weit vom wirklichen Preis distanziert. Insgesamt kommt man auf 52.34$ was ca. 40€ entsprechen. Hier sind Steuern und Versandkosten schon mit dabei.

 

Einen Testbericht könnt ihr dann hier erwarten, sobald das gute Stück bei mir eintrifft. Könnte allerdings dauern, da amazon.com aktuell keine auf Lager hat ;)

Was würdet ihr noch über den Chromecast wissen wollen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen und es wird Teil des Testberichts.

 

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Über den Autor

Philipp Kolb

Mensch der neue Technik liebt und auch gerne andere Menschen darüber informiert (:

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  1.  
    fly

    Na die entscheidende Frage ist, ob die Android-XBMC-Version auf dem gerooteten Gerät läuft ;-)





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