Testbericht des Galaxy S3 in pebble blue

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Veröffentlicht am 22. Juni 2012 von Peer Linder in Hersteller

Etwa 3 Wochen nach dem eigentlichen Release-Date des neuen Samsung-Flaggschiffes, dem Galaxy S3, hat sich die Verfügbarkeit der blauen Variante nun auch endlich gebessert:  Vor wenigen Tagen hat das Online-Kaufhaus Amazon nun endlich auch die letzten Vorbestellungen des High End-Smartphones bedient. Nachdem das S3 nun also letzten Samstag auch hier in der Redaktion eingetrudelt ist, präsentieren wir euch hier kurz unsere ersten Eindrücke:

Technische Daten

An der Ausstattung des Galaxy S3 gibt es nichts zu bemängeln: Es kommt mit dem hauseigenen Samsung Exynos 4412 Quad Core-Prozessor, der mit satten 1,4GHz taktet und somit mit dem Gigabyte an Arbeitsspeicher für mehr als nur eine flüssige Android 4.0.4 – Bedienung sorgt. Die Mali 400MP-GPU kommt zwar auch schon im Vorgänger – dem Galaxy S2 – zum Einsatz, ist durch den höheren Takt (400 statt 266MHz) jedoch um einiges leistungsstärker.

Das Gerät unterstützt hierzulande zwar kein LTE, jedoch HSDPA-Downloadraten von bis zu 21 MBit/s und WLAN nach dem b/g und n-Standard. Zum Datenaustausch sind Bluetooth in der Version 4.0, sowie NFC an Bord. Mit von Partie ist auch eine 8 Megapixel-Kamera mit Foto-LED, welche einen besonders lichtsensiblen Sensor aufweist.Für Apps und andere Daten steht ein Speicher von etwa 12GB zur Verfügung.

Gehäuse und Design

Optisch erinnert das S3 stark an das Galaxy Nexus und hebt sich so von der Masse und auch dem Vorgänger ab: Die abgerundeten Ecken und Kanten lassen das Galaxy S3 sehr gut in der Hand liegen – auch, wenn die Rückseite nicht wie beim Galaxy S2 geriffelt, sondern glatt ist. Mit der Farbwahl ist Samsung ein kleines Risiko eingegangen, wo es doch nicht in typischem Schwarz, sondern nur in einem Blauton und in Weiß erhältlich ist. Durch diese ungewöhnliche blaue Farbe hebt sich das Galaxy S3 optisch noch mehr von anderen Smartphones ab. Lediglich Nokia geht hier mit der Lumia-Reihe noch einen Schritt weiter und stößt auch mit dieser Farbgebung auf eine große Zielgruppe.

Eine Besonderheit des Kieselsteinblau (so lautet die deutsche Übersetzung von “pebble blue”) ist neben dem gebürsteten Aluminium-Look auch das unterschiedliche Aussehen des Gehäuses unter verschiedenen Lichtbedinungen: Bei direkter Sonneneinstrahlung wirkt es tatsächlich wie auf den Werbebildern, bei Kunstlicht oder in dunkleren Räumen nimmt das Galaxy S3 aber eher die Farbe eines Blutsteins ein. Der ins Lilane übergehende Home-Button ist nicht jedermanns Sache, gefällt mir persönlich aber sehr gut. Die Verarbeitung unseres Modells ist einwandfrei, es ist weder ein Knarzen, noch ein anderer Verarbeitungsmangel festzustellen.

Samsung bleibt der bisherigen Galaxy-Reihe treu und spendiert dem S3 wieder einen physischen Home-Button, eine Menü-Taste links davon und den Zurück-Key rechts neben dem länglichen Button. Mit der Benachrichtigungs-LED bindet man ein weiteres nützliches Feature ein.

Display

Als Display verwendet Samsung im Galaxy S3 ein Super AMOLED HD-Display mit einer Auflösung von 128ox720 Pixeln. Dieses ist nicht nur zum Filme schauen ideal, da es genau dem 72op-Standard entspricht, sondern versüßt durch die hohe Auflösung auch das Surfen mit dem eingebauten Browser. Wie von AMOLED-Displays gewohnt bietet das Display super Kontraste, welche sich jedoch im Optionsmenü herunterschrauben lassen, sollten die Farben gewissen Nutzern (ich zähle mich nicht dazu) zu knallig sein. Auch der Schwarzwert ist sensationell. Hierbei muss ich aber leider erwähnen, dass das Galaxy S2 einen geringfügig besseren Schwarzwert aufweisen konnte, als es beim Nachfolger der Fall ist, wo das Schwarz etwas Blau-Anteile besitzt.

Trotz der hohen Auflösung mit 306 ppi (Pixels per Inch) kommt das Display bezüglich Schärfe jedoch leider nicht an die Konkurrenz heran: Der Grund hierfür liegt in der verwendeten PenTile-Technik, in welcher die Subpixel (Teilpixel) nicht gleichmäßig verteilt sind: Um die Lebensdauer des Displays (so Samsung) zu erhöhen, teilen sich je zwei Pixel einen blauen Subpixel, während rote und grüne Subpixel für jeden Pixel einzeln vorhanden sind. Hierdurch wirken Kanten leichter ausgefranst als bei Displays mit gleicher Auflösung, die jedem Pixel 3 Subpixel zur Verfügung stellen. Wie auf obigem Bild zu sehen ist das Display trotzdem um Welten schärfer als das des Galaxy S2. Im Vergleich zum HTC One X fällt dieses Manko jedoch auf.

Bedienung

Auch an der Bedienung gibt es kaum etwas auszusetzen: Der Touchwiz Nature UX-Launcher läuft sehr flüssig und wirkt an keinen Stellen überladen. Im Gegensatz zu Touchwiz 4 lehnt er sich z.B. durch die Widget-Auswahl im App-Drawer mehr an das unmodifizierte Ice Cream Sandwich an. Beim Blättern durch die Homescreens wird eine dezente 3D-Animation sichtbar, die das Scrollen zu einer wahren Freude macht. Schade, dass Samsung dem Nutzer keine Option, das Raster anzupassen oder gleich 5 App-Zeilen bietet. Der Homescreen bietet die Option, Schnellzugriffe für Apps und eine Wetter-Anzeige hinzuzufügen. Beim Entsperren des Displays bewegen sich, begleitet von einem Plätscher-Sound, kleine Wellen über das virtuelle Wasserbecken des Lockscreens.

Auch bezüglich der Performance weiß das Galaxy S3 zu überzeugen: Das Browsen funktioniert fast so zügig wie am heimischen Computer, das Scrollen zwischen den Homescreens oder Seiten des Anwendungsmenüs klappt einwandfrei, das Schließen einer App erfolgt fast zeitgleich mit dem Druck auf die Home-Taste. Das Display geht dem Finger förmlich mit und verzögert hier nie. Schade ist es, dass sich Touchwiz nach dem Schließen von Apps in wenigen Fällen eine Gedenksekunde nimmt und den Homescreen dann erst nach und nach aufbaut. Dieser Fehler soll jedoch bereits im nächsten Software-Update behoben werden.

Da die Samsung-Tastatur jedoch der größte Mist ist (Das Speichern von Wörtern für die Autokorrektur funktioniert nicht), wollte man schnellstmöglich auf Swiftkey 3 umsteigen.

Gestensteuerung und Apps

Neben der Oberfläche hat Samsung auch an anderen kleinen Features geschraubt: Wer meint, Touchwiz sei lediglich ein Launcher, hat Unrecht: Samsung liefert auch noch viele andere Apps und z.B. Video-Codecs mit, die die Benutzung des Smartphones erleichtern: So hat Samsung auch Lizenzgebühren an Microsoft gebaut, um das exFat-Dateisystem nutzen zu dürfen. Damit ist es endlich auch möglich, Dateien, die größer als 4 Gigabyte sind übertragen zu können, was besonders bei HD-Filme sehr nützlich sein kann.

Samsung liefert auch beim Galaxy S3 wieder einen eigenen Datei-Manager und diverse andere Apps mit: Der neue Music Hub bietet zum Beispiel die Option einer Musik-Flatrate, mit S Memo sind nun auch Zeichnungen per Finger (oder C-Pen) möglich. Durch erweiterte Gestensteuerung sind viele Optionen nun auch ohne Berührung des Displays oder aufwendiges Blättern durch Menüs möglich:

Dreht man das Galaxy S3 zum Beispiel mit der Displayseite auf eine Fläche, so wird das Gerät sofort stumm geschaltet. Schreibt man gerade eine SMS und hält das Telefon dann an’s Ohr, so wird der Gesprächspartner automatisch angerufen, legt man die Handfläche auf das Display, wird die Medienwiedergabe angehalten und und und…

Mein persönliches Lieblings-Feature hingegen wäre jedoch die Smart Stay-Funktion: Ist diese aktiviert, soll die Front-Kamera immer dann ein Foto auslösen, wenn das Display Timeout eintreten würde. Wird auf diesem Foto dann ein Gesicht erkannt, welches auf das Display gerichtet ist, so schaltet das Display nicht ab. Leider gibt es hier jedoch (zumindest mit unserem Testgerät) ein Problem: Das S3 findet kein Gesicht, wodurch die Funktion momentan leider unbrauchbar ist.

Akku und Akkulaufzeit

Das S3 bietet Platz für den herausnehmbaren (!) Akku mit einer Kapazität von 2100mAh, welcher sehr gute Leistungen erbringt. Selbst mit mehr als 4 Stunden Display On-Time kommt das Galaxy S3 bei mir gut über den Tag und muss dann erst Abends wieder an die Steckdose, um neue Energie zu tanken. Mit den richtigen Energiespareinstellungen sind hier durchaus aber auch mehrere Tage intensiver Nutzung möglich.

Kamera

Auch, wenn Samsung an der Kamera des Vorgängers an sich nicht viel modifiziert hat, so macht sich zum Beispiel der hintergrundbelicheter BSI-Sensor bemerktbar, welcher dem Galaxy S3 zu besserne Bildern in dunkleren Umgebungen verhilft. Auch im Makro-Modus für Nahaufnahmen geht keine Schärfe des Fotos verloren.

Den größten Vorteil stellt aber die auf einen Bruchteil reduzierte Auslöseverzögerung dar: Benötigte das Galaxy S2 fast 3 Sekunden zum Aufnehmen und Speichern eines Schnappschusses, gibt sich der Nachfolger mit nur einem Zehntel dessen zufrieden: So können 20 Fotos hintereinander in weniger als 6 Sekunden aufgenommen werden. Wenn aktiviert, erkennt die Software sogar automatisch das am besten gelungene Foto.

Sonstiges

Ein Punkt, an dem Samsung im Gegensatz zu anderen Herstellern nicht gegeizt hat, ist der MicroSD-Slot für Speicherkarten einer Kapazität bis zu 64GB. So lässt sich der Speicher des Geräts kostengünstig (etwa 55€ kostet eine MicroSD mit 64GB) erweitern, ohne 100€ mehr für die 32GB-Variante oder noch mehr für die 64GB-Variante des Galaxy S3 ausgeben zu müssen. Leider lassen sich Apps jedoch nur über Umwege auf diese Speicherkarte verschieben. Bei fast allen Apps ist hierzu ein Rooten des Geräts notwendig.

Am Empfang des I9300 gibt es nichts auszusetzen: An Stellen, an denen der Vorgänger (im O2-Netz) gerade mal auf GPRS-Empfang kam, stehen dem S3 oft sogar HSDPA-Downloadraten zur Verfügung. Auch der WLAN-Empfang wurde verbessert und übertrifft an einigen Stellen sogar den meines Laptops.

Fazit

Nach dem wohl eher missglückten Startversuch von HTCs One X kommt mit dem Galaxy S3 endlich mal wieder ein weitgehend fehlerfreies High End-Smartphone auf den Markt. Wer keine Lust auf mehrmaliges Eintauschen hat oder andere Vorteile des S3 zu Schätzen weiß, für den führt momentan kein Weg am Galaxy S3 vorbei.

Sicherlich werden in den nächsten Wochen auch noch weitere Artikel zu Funktionen des Galaxy S3 kommen, seid also gespannt und sagt uns am besten die Meinung zu diesem Test. Da der Preis des S3 bei Amazon mittlerweile sogar auf nur 569€ gesunken ist, gilt: Zuschlagen! Wir würden uns freuen, wenn Ihr das S3 über einen der folgenden Links kauft, um den Autor / den Blog zu unterstützen:

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Mit freundlichen Grüßen,

Eure Android-News-Blog Redaktion

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Über den Autor

Peer Linder


  1.  
    Dagmar

    Ich finde deinen Bericht sehr gut und hoffe es kommt noch viel von dir.




    •  
      Redaktion - Peer

      Hallo,
      vielen Dank für das Lob. Jetzt nach dem Testbericht der Raedan-Hülle für das S3 werden auch sicher noch so einige andere Tests folgen, Möglichkeiten gibt es hier ja genug.

      Grüße,
      Peer




  2.  
    Michael

    geil das teil. sollte sich jeder kaufen der kann.




  3.  
    Ela

    Ich finde das S3 sehr sexy und ich verstehe nicht warum immer wieder über das Design gelästert wird. Schaut euch mal die meisten anderen Smartphones an die sind zum teil wirklich hässlich.

    Knutscha Ela




  4.  
    Eric

    Hab es auch kurz gehabt aber mir ist es zu Billig für den Preis. Also ich meine halt die Materialien die da verwendet wurden.




  5.  
    Benno

    Hab es mir nun auch geholt. Hatte vorher das HTC One X und muss sagen von der Haptik her gefällt es mir persönlich besser. Dafür läuft das Galaxy S3 einfach glatter schöner Stabiler. Wiederum gefiel mir SENSE von der Optik her besser wie dieses TochWiz. Lange rede kurzer sinn viel tut sich nicht dennoch ist das Galaxy S3 im Gesamtpaket einen Tick besser.




  6.  
    Daniel

    Danke für diese tollen ausführlichen Test. Damit hab ich mich nun doch dafür entschieden mir das Galaxy S3 statt des One X zu bestellen.

    Liebe grüße Daniel




  7.  
    Tina

    Ich kann deiner Beurteilung voll und ganz zustimmen. Hab es nun drei Tage und es ist nochmal besser wie das Galaxy S2 und das war schon ganz nah an Perfekt.




  8.  
    Claudio

    Hammer geiler Testbericht. Hab es mir jetzt auch mal bestellt. Bin gespannt ob ich auch deine Eindrücke teilen werde. ;)





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