Facebook App nimmt bald jegliche Umgebungsgeräusche auf und WhatsApp hat Rechte am Profilbild

Veröffentlicht am 23. Mai 2014 von Philipp Kolb in Testbericht
facebook-whatsapp

Auch wenn man will, über Facebook und WhatsApp findet man aktuell und schon lange keine guten Worte mehr. Ob das am mittlerweile aufgekauftem WhatsApp mit ihren Aktionen liegt oder an uns Usern, welche einfach empfindlicher geworden sind seit dem Spähskandal, muss wohl jeder für sich beantworten?

Im Folgenden erst eine kleine Richtigstellung zur aktuell kursierender Meldung, “Bild verschickt – Recht verschenkt”. Dies ist, so schwer es mir fällt, WhatsApp zu “verteidigen”, nicht ganz richtig. In vielen Artikeln wird dies aktuell verteilt und alle zitieren sie aus dem Handelsblatt. Andreas Rickmann klärt auf und hat die AGB’s nochmal näher angeschaut und Rat geholt.

Grob zusammengefasst - Es geht lediglich um öffentlich einsehbare Bilder und Status Updates. Das heißt Profilbilder. Bilder in privaten Chats und Gruppenchats sind von den AGB’s nicht betroffen. Ob die AGB’s allerdings hier rechtmäßig wären, würde WhatsApp diese mal in Deutsch übersetzen, ist fraglich.

Das WhatsApp trotzdem nach allem schnorchelt, alles speichert und weiterleitet sollte aber klar sein.

Nun zu Facebook.

In den USA wird bald ein Feature, Service, Dienst, nennen wir es mal eine Funktion aktiviert, welche es “erlaubt”, automatisch zu ermitteln, damit ihr teilen könnt, welche Musik ihr hört oder welche Fernsehsendung ihr gerade schaut.

Nach dem Update schneidet die Facebook App bei Statusupdates also alle Umgebungsgeräusche mit und sobald etwas erkannt wird, könnt ihr dies teilen. Alle Freunde erhalten dann ein 30-sekündige Preview oder die genaue Folge der Serie. Facebook schlägt somit wieder einen Bogen in ein Segment, wo man überhaupt noch nicht vertreten war. Durch die schiere Größe von Facebook, das heißt 1,2 Milliarden monatliche Nutzer, macht man somit jedem Platzhirsch Konkurrenz. Hier wären dies wohl Shazam (90 Mio. Nutzer) und Soundhound.

Doch auch Shazam ist nicht das Gelbe vom Ei, denn auch sie waren schon in den Schlagzeilen mit verkaufen Daten an Werbeunternehmen vertreten.

Bei Facebook muss man sich natürlich keine Sorgen machen:

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You’re in control – if we find a match, you choose whether to share it or not.

Hier spielt natürlich wieder Vertrauen in das Unternehmen eine Rolle. Laut Facebook Statement, wird nicht per se automatisch mit geschnitten, sondern nur, wenn man einen Post absetzen will. Komplett misstrauisch wird man natürlich bei Punkt zwei auf dem Bild. “What We Identify – Music and TV only”. Facebook ist durchaus in der Lage, Konversationen mit zu schneiden, denn man hat schon letztes Jahr Firmen für Spracherkennung gekauft. Das Facebook dazu Algorithmen schreiben kann, welche das erkennen, was die Musik und TV Erkennung aufzeichnet, sollte klar sein. Ob sie das nun auch speichern, dürft ihr euch selber beantworten.

Viele werden jetzt sagen – Ja, aber Shazam macht doch dasselbe?

Der große Unterschied zu Apps wie Shazam zu Facebook ist die Nutzerbasis. Ich zitiere deshalb den Nutzer Peter in den netzpolitik Kommentaren:

Ich sitze hier mit 12 Kollegen auf einem Flur.

0 von den 12 nutzen Shazam / SoundHound / o. ä.

11 von den 12 nutzen Facebook, zu beliebigen Zeiten über den ganzen Tag verteilt.

Demnächst kann ich dann also einfach, wenn sie ihr Handy zücken (und etwas posten, aber wie will ich das kontrollieren), davon ausgehen, dass die Hintergundgeräusche von FB analysiert werden?

Dies ist ein durchaus legitimer Gedankengang, denn gerade so was spricht in jedem großen Unternehmen gegen die Sicherheitsbestimmungen. Und wie immer sei gesagt, wo etwas nutzerspezifisches aufgezeichnet [und höchstwahrscheinlich auch gespeichert wird], ist ein Geheimdienst nicht weit.

Quelle: netzpolitik.org & Andres Rickmann [Titelbild: giga.de]


Über den Autor

Philipp Kolb

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