Reverse Pong – Interpretation eines Klassikers

Veröffentlicht am 18. März 2014 von Torsten Dünnwald in Testbericht
Reverse_Pong_Menu

Pong – 1972 von Atari das erste Mal veröffentlicht hat seitdem viele Generationen von Spielern begeistert und unzählige Wartezeiten überbrückt. Natürlich will jeder an einem solchen Erfolg teilhaben und folglich gibt es in den AppStores dutzende Remakes, die sich vor allem in der Grafik unterscheiden, das Spielprinzip aber erhalten. Deshalb war ich sehr gespannt, als Christian (Chrisso) sich bei uns meldete und uns seine Version, Reverse Pong, vorstellte und seine Interpretation des Retrospiels zum Testen angeboten hat.

Allgemein

Wie der Name vielleicht vermuten lässt wurde das Prinzip umgedreht, man steuert also den Ball und nicht mehr die Platten. Das bedeutet, dass sich am linken und rechten Bildschirmrand Bretter mit zufälliger Größe herunterbewegen und man den Ball in die richtige Richtung lenken muss, um nicht ins Nichts zu schießen. Zudem bietet sich die obere Seite des im Landscapeformat spielbaren Games an, um den Ball abprallen zu lassen und so die dreifache Punktzahl zu kassieren. Das klingt alles sehr simpel, nachdem aber mit dem letzten Update die Geschwindigkeit des Balls erhöht wurde, gestaltet sich das Erreichen einer hohen Punktzahl in der highscorebasierten App ziemlich schwierig. Ergänzend dazu werden die Bretter mit zunehmender Score schneller.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. :-(

Umsetzung

Die App basiert auf dem libGDX-Framework, trotz HD-Wallpaper ist die Grafik aber nicht auf dem neusten Stand. Da es sich um ein Retrogame handelt und (wie man am Beispiel FlappyBird sehen konnte) die Grafik bei Highscoregames sowieso keine große Rolle spielt, ist dieser Kritikpunkt aber zu verkraften. Soundeffekte oder eine Hintergrundmusik sucht man allerdings vergeblich, Chrisso will diese aber so bald wie möglich nachliefern. Leider muss hier auch wie schon bei FlappyBird bemängelt werden, dass sich die Applikation nicht über die androidtypische Zurücktaste beenden, sondern sich nur über den Task-Manager rauswerfen lässt. Nicht unbedingt nötig, aufgrund der recht hohen Schwierigkeit aber meiner Meinung nach empfehlenswert, wäre ein Try Again-Button, der mir nach dem Verlieren einen direkten Neustart des Spieles ermöglicht, da ich sonst nochmal in das Menü zurück muss.

Betrachtet man die Errungenschaft- und Highscorefunktion von Google+, könnte die Bestenliste direkt nach dem Klick auf den Menübutton erscheinen, da jetzt noch eine Schaltfläche auftaucht, die den Weg zu der Rangliste nur erschwert. Die Errungenschaften sind auf Englisch formuliert, machen Sinn und vergrößern den Anreiz, mit einer Taktik an das Spiel heranzutreten.

Fairness

Nach dem letzten Update (1.3) hat sich die Geschwindigkeit des Balls erhöht, was das ganze Spiel noch rasanter gestaltet. Grenzfälle beim Auftreffen auf die Plattformen werden häufig für den Spieler gewertet. Mit ein bisschen Übung kann auch die Flugbahn und der Auftreffpunkt des Balls recht genau vorherbestimmt werden. Daraus resultiert aber keinesfalls der sichere Sieg. Ich würde das Gameplay durchaus als fair bezeichnen, weil nur regelmäßiges Spielen und nicht irgendwelche Tricks beim Hochklettern in der Bestenliste hilft.

Bezahlmodell

Die App ist komplett kostenlos über den PlayStore zu haben und es sind keine In-App-Käufe möglich. Folglich entsteht keine Pay2Win-Situation und jeder Spieler hat (abgesehen von größerem Display, besserer Hardware usw.) gleiche Chancen auf gute Resultate, ohne nur einen einzigen Cent zu bezahlen. Finanziert wird die Entwicklung über ein kleines Werbebanner im Menü, das aber weder stört noch irgendwelche anderen Nachteile mit sich bringt.

Updates

Die App ist noch relativ neu und bietet noch nicht so viele Funktionen, mit den in naher Zukunft zu erwartenden Updates kann sich das aber schnell ändern. Sehr wahrscheinlich wird hier ein Spielmodus zu erwarten sein, der statt dem Punkteziel das Durchhalten in einer festgelegten Zeit zur primären Aufgabe macht. Außerdem möchte der Entwickler die Bestenliste und die Errungenschaften aufteilen und ergänzen, sodass jeder Spieler eine Chance für bestimmte Talente in den verschiedenen Modi haben wird.

Fazit

Mir gefällt das Spiel sehr gut und ich finde es für jemanden, der kaum finanzielle Möglichkeiten (vergleiche CandyCrush von King) als Privatperson hat und auch nebenbei seinem eigentlichen Beruf bzw. seiner Ausbildung nachgeht, ordentlich umgesetzt. Natürlich gibt es noch Verbesserungspotenzial, insbesondere beim Google-Login, das manchmal nur träge oder gar nicht (bis zu einem Neustart der App) funktioniert.

Dadurch, dass man kein Geld ausgeben muss und nur das Können gefragt ist, sollte man auf jeden Fall einen Download in Betracht ziehen und sein Glück versuchen. Ganz nett fände ich, wenn man nach einer bestimmten Anzahl Erfolge oder Punkte im gesamten Game die Möglichkeit hat, nach einem Patzer noch einmal an der gleichen Stelle einzusteigen.


Über den Autor

Torsten Dünnwald

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